Was mich treibt oder welche Motive habe ich?

Manche interessieren sich dafür, warum jemand etwas macht. Dazu möchte ich über einige Schlüsselerlebnisse hier berichten.

Mit 14 Jahren fing ich an, bei der damaligen GST im Fliegerclub Bad Berka das Sportfliegen für mich zu entdecken. Ich bin mir bis heute nicht sicher, was mich mehr nach Bad Berka gezogen hat: das Fliegen oder die Super-Truppe. Ich habe später nie wieder einen solchen klasse Freundeskreis gehabt. Wir konnten nicht nur Pferde stehlen, sondern auch alles andere gemeinsam schaffen.

Ein weiteres Schlüsselerlebnis hatte ich im Studentenclub Schützengasse in Weimar in den siebziger Jahren. Damals war es in Discos Brauch, Unbekannte abzulehnen. Wenn man nach einem Platz am Tisch fragte erhielt man eine Ablehnung, wenn man Mädchen zum Tanz aufforderte erhielt man pikiert eine Ablehnung. Es war nicht schön, was sich da an Sitten und Bräuchen eingebürgert hatte.

In der "Schütze" war alles anders. Da gab es Tische, an denen saßen über 20 Leute. Kam ein Neuer dazu rutschten alle bereitwillig zusammen. Gehörte man zu den Ruhigen oder Schüchternen dauerte es nicht lange, bis man gefragt wurde, ob man denn nichts von der Diskussion am Tisch halte.

Es dauerte vielleicht 20 Minuten und man fühlte sich so, als wäre man bereits jahrelang befreundet und könne über alles in der Welt mit Allen am Tisch reden. Es wurde niemand ausgeschlossen oder gar dumm gemacht. Die Mädels zierten sich nicht so dämlich und die Preise waren auch gut. Ich hatte eine Umgebung gefunden, in der ich mich angenommen und pudelwohl fühlte trotz der harten Bänke.

Eine solche Kultur des Miteinanders habe ich nirgendwo wieder gefunden. Allerdings habe ich so gut wie möglich immer wieder in meinem Umfeld versucht, eine solche Kultur zu platzieren. In Ansätzen ist es mir auch häufig gelungen.

Auch in meinen Büchern und anderen Projekten und gesellschaftlichen Aktivitäten kann man ständig dieses Bemühen erkennen, wenn man es denn will.

 

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